Geschichte

Geschichte der Feuerwehr

Schriftliche Überlieferungen berichten davon, daß das Gemeindegebiet von Haus immer wieder von den Elementen Feuer und Wasser bedroht war und daß die Bevölkerung durch Brände und Hochwasser oft großen Schaden erleiden mußte.

Den Nachweis der ersten amtlichen Regelung des Feuerlöschwesens in Haus findet man in einem Schreiben der Kanzlei der Salzburger Hofkammer vom 6.April 1691. Darin wird der Pflegschaftsverwalter von Haus aufgefordert die im Amtshaus gelagerten „Feuer-Instrumenta“ reparieren zu lassen und 6 hölzerne Spritzen sowie 12 lederne Wassereimer neu zu beschaffen.

Anläßlich eines verheerenden Brandes im Jahre 1750, bei dem 35 Objekte betroffen waren und 12 Menschen ums Leben kamen, ist das ganze Feuerwehrgerät im Pflegschaftsamt mitverbrannt. Von der Hofkammer erging an den Pfleger von Haus die Weisung am 3.September 1751, daß 24 „Feueramper“, Leitern und Hacken neu beschafft werden müssen, wobei die Bürgerschaft von Haus die halben Gestehungskosten zu tragen habe.

Im Archiv der Marktbürgerschaft von Haus ist ein für das steirische Feuerlöschwesen seltenes Schriftstück verwahrt. Es handelt sich um die „Feuerlöschordnung für den Markt Haus, verfügt von Phillip von Edlingen, Bezirkskommisär und Pflegschaftsverwalter“, datiert vom 1.September 1796.

Lederner Feuerlöscheimer,

in Verwendung vor der Gründung der Feuerwehr

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Haus am 2.Dezember 1888

im Hause des Christian Hofer, dem heutigen Gasthof Reiter und am 2.April 1889 wurde die FF-Haus von der k. k. Statthalterei in Graz auch öffentlich anerkannt. Bei der Gründungsversammlung wurde von den Gründungsmitgliedern (u.a. Franz Steinlechner, Christian Hofer, Johann Kleewein, Andreas Stocker, Johann Anselmi, Matthias Jansenberger und Johann Dorrer) Franz Junghanns als Feuerwehrhauptmann nominiert. In dieser Funktion unterzeichnete er auch die ersten Vereinsstatuten, die 1889 im Druck erschienen sind.

Auszug aus dem „Kassa Mitgliederbuch“ von 1888, das mit folgender Eintragung beginnt:

„Gegründet und gewidmet zur dankbaren Erinnerung des 40jährigen Regierungsjubiläums S. Majestät des Kaisers Franz Josef I. am 2.Dezember 1888 gez. F. Neumeier Kassier Grundbesitzer vulgo Reicher am Oberhausberg“.

Das erste Feuerwehrdepot stand auf dem Grund des vlgo. Jagerl (heute Griebnitz Engelbert).

1893 wurde ein neues Depot in einer ehemaligen Mühle am Hauser Bach gegenüber dem alten Gemeindeamt eingerichtet. Nach Fertigstellung des Neubaues des Marktgemeindeamtes im Jahre 1969 übersiedelte die Feuerwehr in die neuen Depoträume, die sich im rückwertigen Teil des Amtsgebäudes befinden. In den Jahren 1998/99 wurde unter HBI Huber Günther und OBI Moser Herbert das Rüsthaus umgebaut, vergrößert und neu gestaltet.

Die erste Druckspritze wurde im Jahre 1895 angekauft, 1902 erfolgte der Kauf eines zweiten derartigen Gerätes durch die Gutsbesitzerin Franziska Junghanns und 1929 war die Feuerwehr Haus bereits im Besitz einer Motorspritze. Im Jahre 1945 war es möglich, einen von der amerikanischen Besatzung erworbenen Wehrmachtswagen als Rüstauto zu adaptieren.

Im Jahr 1972 wurden ein Rüstauto und eine Tragkraftspritze angekauft, die am 15.Juli 1973 im Rahmen eines Festaktes von Hauptpfarrer Josef Ladenhaufen gesegnet wurden. Als Patinnen fungierten Anni Felsner und Christine Planitzer.

Die Fahne wurde 1924 angekauft und beim 35jährigen Gründungsfest geweiht. Als Patin wurde damals Maria Sieder gebeten, Ehrendamen waren Aloisia Felsner und Johanna Kotrasch. Erster Fahnenträger war Sepp Felsner.

Reihe der Feuerwehr-Hauptmänner von Haus im Ennstal:

1888 Franz Junghanns

1889 Franz Steinlechner

1925 Karl Lackner

1925 Johann Grössing

1926 Isidor Felsner

1939 Franz Pirsch

1946 Isidor Felsner

1954 Franz Pirsch

1966 Josef Zeiler

1971 Franz Felsner

1983 Günther Huber

2002 Markus Zeiler

2003 Franz Anichhofer

2007 Hannes Stiegler

2014 Rudi Schaflinger

Hochwasserkatastophen in Haus:

1640 aus diesem Jahr stammt die älteste belegbare Nachricht über ein Hochwasser in Haus

1660 Enns-Hochwasser, die Weißenbacher Brücke wird weggerissen

1675 vermurte der Hauser Bach den Ort

1736 ein verheerendes Enns-Hochwasser richtet beim Anwesen vulgo Wöhrer enormen Schaden an

1759 und 1769 große Zerstörungen durch Hagel Unwetter (die Kirchenfenster mußten erneuert werden)

1787 und 1788 Überschwemmungen im Ortsgebiet von Haus, die Weißenbacher Brücke wird weggerissen

1848 eine Serie von schweren Unwettern richten im gesamten Gemeindegebiet enorme Schäden an

1897 wurden sämtliche Ennsbrücken im Gemeindegebiet zerstört

1920 am 7.September Hochwasser von Enns, Gumpenbach und Dürrenbach: 4 Brücken wurden zerstört

1965 Hochwasserkatastrophe in Ruperting:

Großbrände in Haus:

In der Geschichte von Haus gab es zwei Großbrände, die ein katastrophales Ausmaß annahmen.

Am Karfreitag, den 7.April 1719 brach beim bürgerlichen Bäckermeister Balthasar Lettmayer

„mit anbrechenden Tag durch Verwahrlosung und Hinlassigkeit eines unter das Dach auf hülzernen Boden getragenen und zu wenig verwahrten Aschen“ ein Großbrand aus.

Davon wurden die Bäckerbehausung mit Stadl und vier benachbarte Objekte erfaßt und völlig vernichtet.

Das Jahr 1750 verzeichnet die größte Brandkatastrophe in der Geschichte des Marktes Haus. Durch das unvorsichtige Hantieren mit Licht entstand in der Nacht vom 2. zum 3.Juni eine Feuersbrunst, von der 35 Objekte (ohne Heustadeln) erfaßt wurden.

Auszug aus dem Bericht des Amtsmannes von Haus an seinen Vorgesetzten in Salzburg:

„In spatter Nacht, gegen aillf Uhr, da jedermann in ersten Schlaf begriffen, entstunte in hiesiger Hofmarch beym Schneidermeister Mathiasen Hopfgartner vermutlich durch Unvorsichigkeit seines Eheweibes, welches spatt nachhaus gekhommen und in den Stall bey Licht Khue gemolchen haben solle, ein unversehenes Feuer, welches durch die Vehemenz des Windtrieb so weit gegriffen, daß in der Zeit einer Stund der ganze Markt ausser 6 Häuser gegen Oberhaus und 3 gegen Gröbming samt der Hochfürstlichen Pfleg und Amtskasten dann die Kirche und Pfarrhof voll in Flammen geraten, wobei 10 Personen (zwei weitere Personen starben durch Brandverletzungen einige Tage später) ums Leben gekommen, wobei 7 ellendiglichst verbrunnen, die verwittibte Frau Pflegerin, Jungfrau Tochter Freille Waberl und die Dienstmagd im Keller von Rauch erstickt sind.“

Der Bericht des Pflegers schließt mit der Mitteilung, daß aus Oberhaus und Schladming Helfer herbeieilten, aber wegen zu großer Lebensgefahr wieder weichen mußten.